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Asyl - Migration - Integration

Die Geschichte einer Familie auf der Flucht

Tima Kurdi, Der Junge am Strand

 BUCHTIPP : Verlag Assoziation A, 2020, 19,80 Euro

Wem ging es nicht zu Herzen, wer war nicht erschüttert und berührt, wem kamen nicht die Tränen, wen packte nicht die Wut?
Alan Kurdi, knapp 3 Jahre alt, tot am türkischen Strand, in Bodrum, aufgenommen von der türkischen Fotografin Nilüfer Demir. Es war der 2. September 2015.
Das Foto ging um die Welt, hat das Schicksal von Flüchtlingen deutlich gemacht und prangert den inhumanen Umgang mit Flüchtlingen an.
Ein Schiff, die „Alan Kurdi“ ist nach dem kurdischen Jungen, der mit seiner Familie vor dem Krieg in Syrien floh, benannt, ein Rettungsschiff, das im Mittelmeer Flüchtlinge aufgreift.
Tima Kurdi, die Tante von Alan Kurdi, hat die Geschichte der Flucht und der Familie aufgeschrieben und legt sie uns als Buch vor. Sie llebt in Kanada und schildert ihre Entdeckung des Fotos.

Sie schreibt auf S. 148:
„ Mein Mann verließ das Zimmer, um sein iPad zu holen. Als er zurückkam, war er leichenblass: „Meine Schwester Anna hat mir gerade etwas geschickt. Ich weiß nicht, ob du es sehen solltest?“

Ich riss ihm das iPad aus der Hand und erblickte zum ersten Mal das Bild von Alan. Die Aufnahme des kleinen Jungen, Abdullahs Sohn, mein Neffe, mit dem Gesicht nach unten auf dem Strand liegend. Er trug das rote T-Shirt und die kurzen Jeans, die ich ihm 2014 bei meinem Besuch in Istanbul gekauft hatte. Er trug die Kleidung, die ich mit meinen eigenen Händen berührt hatte.

„Das ist Alan“, schrie ich. „Bist du sicher?“ fragte Rocco. „Ich denke, ja.“


Bis heute macht der Gedanke an das Foto von Alan mich krank, auch wenn ich es immer und überall bei mir trage. Es ist mir eingebrannt, in meinen Kopf und in mein Herz. Mir fehlen die Worte, die beschreiben könnten, was ich empfand, als ich es zum ersten Mal sah. Vielleicht muss ich das auch gar nicht. Vermutlich hat das Bild und die traurige Botschaft, die es vermittelt, alle, die es gesehen haben, ebenso berührt wie mich. Es ist das Bild eines schlafenden Kleinkinds, in der vertrauten Pose. Das zarte Körperchen ist seltsam verdreht, doch es scheint tief und ruhig zu schlafen, die runden Wangen fest auf die Matratze gepresst. Doch es ist keine Matratze. Es ist nasser, kalter Sand. Und der kleine Junge schläft nicht. Er ist tot. Nichts an diesem Bild stimmt. Ein Kind liegt im Wasser, am Ufer, die auslaufenden Wellen schlagen gegen sein Gesicht. Man sieht das Bild, man gerät in Panik, ist überwältigt vom dringenden Wunsch, schnell zu handeln, den Jungen rasch aufzuheben und aus der Gefahrenzone zu tragen, bevor es zu spät ist. Und dann erkennt man, dass es bereits zu spät ist. Man kann ihn nicht retten. Ich konnte ihn nicht retten. Dieses Bild weckt unsere tiefsten Ängste. Als Mutter, Vater oder Tante – wie ich – als junger oder alter Mensch sieht man das Opfer eines schrecklichen Unglücks. Ein Unglück, das jemandem zustieß, der zu klein und verletzlich war, um sich selbst retten zu können. Ein Kind, das unter unseren, unter aller Augen starb.“

Zitat Ende, aber die Geschichte hört nicht auf. Tima Kurdi schaut in dem ersten Kapitel zurück in die Vergangenheit und erzählt von der Großfamilie in den verschiedenen Städten und Dörfern Syriens. Das zweite Kapitel handelt vom Krieg, den verschiedenen Stationen von Alan und seiner Familie. Die Folter an seinem Vater Abdullah Kurdi durch IS-Kämpfer wird eindrucksvoll berichtet, wie sie ihn schlagen, hängen und ihm alle Zähne ziehen - und der/die Leser*in bleibt völlig erbost über so viel Willkür zurück. In die Türkei geflüchtet verhandelt man mit Schleusern, um die gefährliche Überfahrt zu organisieren, die Überfahrt des kleinen Alan mit seinem Bruder Ghalib und seiner Mutter Rehanna in den Tod.

Es folgen Fotos, die die Geschichte dokumentieren. Und im letzten Kapitel erzählt Tima Kurdi, wie sie und ihr Bruder weiter leben, ihre Geschichte erzählen, wie sie in der Öffentlichkeit agieren und prominente Menschen trafen. Sie wurden auch angefeindet in unserer Mediengesellschaft, benutzt und instrumentalisiert für eigene Zwecke - Empathie ist nicht selbstverständlich.

Lebendig geschrieben kann sich der/die Leser*in leicht in die Gefühlswelt, in das Auf und Ab, in die Hoffnung und die Verzweiflung hinein fühlen. Eindrucksvoll und einfach stehen Sätze da, die aus dem Herzen der Tante in unsere Herzen geschrieben werden. Das Foto des toten Alan Kurdi, dem  3jährigen am Strand von Bodrum, bittet uns darum, Kindern von Geflüchteten Glück und Wohlbefinden zu schenken.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent, Dekanat

es immer und überall bei mir trage. Es ist mir eingebrannt, in meinen Kopf und in mein Herz. Mir fehlen die Worte, die beschreiben könnten, was ich empfand, als ich es zum ersten Mal sah. Vielleicht muss ich das auch gar nicht. Vermutlich hat das Bild und die traurige Botschaft, die es vermittelt, alle, die es gesehen haben, ebenso berührt wie mich. Es ist das Bild eines schlafenden Kleinkinds, in der vertrauten Pose. Das zarte Körperchen ist seltsam verdreht, doch es scheint tief und ruhig zu schlafen, die runden Wangen fest auf die Matratze gepresst. Doch es ist keine Matratze. Es ist nasser, kalter Sand. Und der kleine Junge schläft nicht. Er ist tot. Nichts an diesem Bild stimmt. Ein Kind liegt im Wasser, am Ufer, die auslaufenden Wellen schlagen gegen sein Gesicht. Man sieht das Bild, man gerät in Panik, ist überwältigt vom dringenden Wunsch, schnell zu handeln, den Jungen rasch aufzuheben und aus der Gefahrenzone zu tragen, bevor es zu spät ist. Und dann erkennt man, dass es bereits zu spät ist. Man kann ihn nicht retten. Ich konnte ihn nicht retten. Dieses Bild weckt unsere tiefsten Ängste. Als Mutter, Vater oder Tante – wie ich – als junger oder alter Mensch sieht man das Opfer eines schrecklichen Unglücks. Ein Unglück, das jemandem zustieß, der zu klein und verletzlich war, um sich selbst retten zu können. Ein Kind, das unter unseren, unter aller Augen starb.“

Zitat Ende, aber die Geschichte hört nicht auf. Tima Kurdi schaut in dem ersten Kapitel zurück in die Vergangenheit und erzählt von der Großfamilie in den verschiedenen Städten und Dörfern Syriens. Das zweite Kapitel handelt vom Krieg, den verschiedenen Stationen von Alan und seiner Familie. Die Folter an seinem Vater Abdullah Kurdi durch IS-Kämpfer wird eindrucksvoll berichtet, wie sie ihn schlagen, hängen und ihm alle Zähne ziehen - und der/die Leser*in bleibt völlig erbost über so viel Willkür zurück. In die Türkei geflüchtet verhandelt man mit Schleusern, um die gefährliche Überfahrt zu organisieren, die Überfahrt des kleinen Alan mit seinem Bruder Ghalib und seiner Mutter Rehanna in den Tod.

Es folgen Fotos, die die Geschichte dokumentieren. Und im letzten Kapitel erzählt Tima Kurdi, wie sie und ihr Bruder weiter leben, ihre Geschichte erzählen, wie sie in der Öffentlichkeit agieren und prominente Menschen trafen. Sie wurden auch angefeindet in unserer Mediengesellschaft, benutzt und instrumentalisiert für eigene Zwecke - Empathie ist nicht selbstverständlich.

Lebendig geschrieben kann sich der/die Leser*in leicht in die Gefühlswelt, in das Auf und Ab, in die Hoffnung und die Verzweiflung hinein fühlen. Eindrucksvoll und einfach stehen Sätze da, die aus dem Herzen der Tante in unsere Herzen geschrieben werden. Das Foto des toten Alan Kurdi, dem  3jährigen am Strand von Bodrum, bittet uns darum, Kindern von Geflüchteten Glück und Wohlbefinden zu schenken.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent, Dekanat

Gar nicht leise - für Menschen

  • „Wir sind bunt – world is a family!

    „Wir sind bunt – world is a family!

    Unter diesem Motto haben die Dieblicher Pfadfinder e.V. Stamm Treverer und die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates Maifeld-Untermosel mit Menschen aus vielen Nationen am Dieblicher Karnevalsumzug am Sonntag, 03.03.2019, teilgenommen. Das Zusammenleben an der Mosel wird immer vielfältiger und bunter, und es findet in guter Nachbarschaft statt. Dies haben die Teilnehmenden mit ihrem Wagen und bunten Kleidungen – z.T. aus ihren Traditionen stammend – zum Ausdruck gebracht.

    Schon am Samstag begann das bunte Treiben mit dem Bemalen von Papieranzügen. Sonntags trafen sich vor allem Frauen, um sich in traditionelle Gewänder aus Afghanistan, Pakistan, Iran und Irak, Syrien, Indien und Somalia zu hüllen. Froh und auch mit Stolz wurden die Kleider angelegt, denn sie sind kostbar und bedeuteten den Tragenden viel.

    Mit fast 60 Personen zog die bunte Schar durch die Straßen von Dieblich und wurde herzlich beklatscht und begrüßt. Leckereien und Köstlichkeiten aus den verschiedenen Ländern konnten serviert werden und lockte so manchem Zuschauer am Rand ein süßes Lächeln auf die Lippen.

    Schnell war der Karnevalsruf „Helau“ gelernt - es brauchte keine Übersetzung, die Freude füht zusammen. Auf dem Wagen symbolisierte eine Weltkugel, dass wir alle zu dieser Welt gehören, um den Wagen herum war Weltkarten-Stoff gespannt: World is a Family.

    Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent im Dekanat

  • Von Kinderarbeit profitieren wir alle

    -Welttag gegen Kinderarbeit an der Realschule Plus in Kobern mit dem Maharaj-Trio aus Indien-

    Die Realschule Plus konnte zusammen mit dem Dekanat Maifeld-Untermosel am Welttag gegen Kinderarbeit, am 12. Juni, das in Indien sehr bekannte Maharaj-Trio empfangen. Sie wurden begleitet von dem Kinderrechtsexperten der Sternsinger-Aktion, Benjamin Pütter, und haben einen Studientag mit Schüler/innen zum Thema Kinderarbeit mit abschließendem Abend-Konzert durchgeführt.

    Benjamin Pütter hatte mit seinen lebendigen Vorträgen und erfahrungsgespickten Geschichten aus Indien unter den Schüler/innen der Klassen 9 bis 11 gespannte Zuhörende. „Ist es Kinderarbeit, wenn ich zu Hause die Spülmaschine ausräumen muss? Natürlich nicht! Kinderarbeit liegt meiner Meinung nach vor, wenn Kinder nicht zur Schule gehen dürfen, weil sie arbeiten müssen,“ so der Experte. Kinderarbeit hat er in der Produktion von Räucherstäbchen, in der Müllsortierung auf Müllhalden, in der Herstellung von Zigaretten, in Teppichmanufakturen, in Steinbrüchen und in der Produktion von Glasarmreifen selbst gesehen und erlebt. Er hat versucht, Befreiungsaktionen aus den sklavenhalterischen Lebensbedingungen mit den indischen Behörden zu organisieren. Manches Mal gelang es, oft auch nicht. Die Widerstände der Fabrikbesitzer sind erheblich und gehen bis zu Morddrohungen.

    Das Maharaj-Trio wurde verstärkt durch einen dritten Sohn und konnte die indischen Instrumente im Musikunterricht vorführen und auch die besondere Musik mit den Schüler/innen entdecken. So wurde die Hochkultur indischer RAga-Musik auch in Kobern zum Klang gebracht und hat so manchen Schüler/in an Bollywood erinnert. Und tatsächlich hat das Trio auch schon Filmmusik gemacht, in einer Filmsequenz bei „Herr der Ringe, Teil 2“.

     Der Tag fand seinen Abschluss in einem gut besuchten Konzert in der Aula der Schule. Die vier Musiker zeigten ihr ganzes Können und begeisterten das Publikum. Die Anklänge an klassische indische Raga-Musik mit verjazzten Einlagen lösten Zwischenbeifall aus, den die Musiker gerne aufnahmen. Entgegen unserer Art bei klassischen Konzerten durften die Zuhörer/innen gerne laut ihren Beifall kundtun, was die Musiker noch mehr anspornte. Die Musikinstrumente wurden erläutert und auch die Musik immer wieder auf die Vorgänge der Natur und auf unser inneres Leben bezogen.

     Die Musiker zeigten auch ihre klare Position gegen Kinderarbeit und hatten in Indien schon mehrfach soziale Aktionen unterstützt.

    Dieter Möntenich, Schulleiter, war sehr angetan von dem „Welttag gegen Kinderarbeit“ an seiner Schule und meinte: „Das war nicht das letzte Mal, dass wir diese hervorragende Musik und die große Sachkenntnis hier bei uns hatten. Ich freue mich auf kommendes Jahr, bestimmt.“ Was ist Kinderarbeit?

    Die UN-Kinderrechtskonvention hat in Artikel 32 das Recht der Kinder vor wirtschaftlicher und sozialer Ausbeutung geschützt. Die ILO, International Labor Organisation, an der Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligt sind, legt die Arbeitsgesetze fest und dort wurde 1999 die ILO-Konvention 182 unterschrieben: „Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.“  Kinderarbeit nur zu verbieten wäre zynisch. Deshalb müssen auch Alternativen angeboten werden: Schulbildung, Berufsausbildung, einkommenschaffende Maßnahmen für die Eltern.

     Und was können wir hier tun? Keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit oder generell ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen einkaufen!Es lohnt sich, beim Einkauf darauf zu achten. Unterstützung finden Verbraucher/innen bei sogenannten Siegeln: www.siegelklarheit.de der Bundesregierung zum Beispiel.

    Für mehr Information: Werner Huffer-Kilian,Obertorstr. 8, 56294 Münstermaifeld, 02605-9627817 E-Mail: werner.huffer-kilian(at)bistum-trier.de

     

     

  • Studienfahrt nach Trier

    Frauen aus 11 Ländern beteiligten sich aus Anlass des Internationalen Frauentages an einer Studienfahrt nach  Trier.  Schon für den Vortag, Samstag 7. März 2020, hatte die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration eingeladen und 46 Teilnehmerinnen vom Maifeld und der Untermosel kamen. Ein 5köpfiges internationales Frauen-Team der Fachkonferenz (Karin Fust, Farideh Golpayegani, Marie Ronez, Elisabeth Hein und Grace Dahmke) hatte die Fahrt organisiert und war sichtlich zufrieden mit dem Tag.

    „Lachen, Tanzen, Reden und sich froh bewegen, so stelle ich mir freie Menschen vor,“ meinte Karin Fust als Leiterin der Exkursion, „ und das wirklich in internationaler Atmosphäre. Gelebte Integration eben.“ Frauen aus Afghanistan, Syrien, Irak und Iran, Aserbeidschan und Armenien, Tschetschenien und El Salvador, Frankreich, Indien und Deutschland versammelten sich an verschiedenen Treffpunkten, wo der Bus sie abholte.

    In Trier angekommen freuten sich die Teilnehmerinnen zuerst bei einer Stadtrundfahrt, um die älteste Stadt Deutschlands mit seinen römischen und keltischen Wurzeln mal anders kennen zu lernen. Einige Frauen erinnerten sich, dass sie vor Ankunft als Geflüchtete schon einige Zeit in Trier, in der Flüchtlingsunterkunft, verbracht hatten. Nach dem „Römerexpress“ konnte die Gruppe im Landesmuseum weitere Spuren der Trierer Vergangenheit ganz nah sehen.

    Fasziniert waren einige von dem medialen Raumtheater „Im Reich der Schatten“ im Landesmuseum. Raumhohe Rundumprojektionen auf meterhohe antike Grabdenkmäler versetzte die Gruppe unmittelbar in das römische Trier. Sprache, Musik und Filmausschnitte ließen das Leben zur Römerzeit Revue passieren. Einzigartig.

    In kleinen Gruppen konnte Trier dann selbständig erkundet werden, aus Zeitgründen nur das Stadtzentrum mit Dom, Liebfrauenkirche, Porta Nigra und dem malerischen Marktplatz. Dann war auch schon wieder Abfahrt Richtung Maifeld und Untermosel. Im Bus wurden Lieder gesungen, gelacht und neue Kontakte geknüpft. Verbindende Sprache war und ist Deutsch.

    „Die Fahrt hat uns gezeigt, wie Barrieren überwunden werden können, Barrieren der Sprachen, der Kulturen, der Religionen und wie Beziehungen über diese Grenzen hinweg wachsen können,“ meinte eine Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte, „uns fehlen solche Gelegenheiten in ungezwungenem Zusammensein.“ Dies war möglich durch Zuschüsse des Landkreises und der VG Maifeld, sowie ein Eigenbeitrag der teilnehmenden Frauen.

    Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent

  • Herbstferienschule an der Untermosel erfolgreich

    Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates organisierte die Herbstferienschule an der Untermosel mit fast 60 Schüler*innen

    Die „Herbstschule RLP“ fand unter großem Einsatz von vier Ehrenamtlichen des Dekanates Maifeld-Untermosel und in enger Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz statt. In den zwei Wochen der Herbstferien konnten fast 60 Schüler*innen von der ersten bis zur 8.Klasse an den Standorten Dieblich, Winningen und Kobern mit vier Lehrerinnen Mathematik und Deutsch wiederholen und die Anton-App mit Hilfe von bereit gestellten Laptops kennenlernen. Neben vielen Kindern aus Familien von Geflüchteten kamen auch Kinder aus deutschen Familien in den Genuss dieses integrativen Projektes, das vom Bildungsministerium ermöglicht wurde.

    „Bildung, Bildung, Bildung – das höre ich so oft aus der Politik“, führt Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent des Dekanates und zuständig für die Herbstferienschule aus, „und hier konnte gezeigt werden, dass die Kinder, die durch die Corona-Bedingungen Nachholbedarf zeigten, intensiv lernen können. 10-15 Kinder hatten jeweils zwei Lehrerinnen, ein tolles Verhältnis, das sich so manche Schule wünscht.“ Intensiv, abwechslungsreich, immer unter  Beachtung der Hygieneregeln und sogar mit Freude am Lernen und Lehren gestalteten die Pädagoginnen die drei Vormittagsstunden von Montag bis Freitag. 

    „So stelle ich mir Schule vor, vor allem die Grundschule, nämlich fürsorglich und dem einzelnen Kind zugewandt zu sein, sowohl die Förderung des Wissens als auch die der Persönlichkeit im Blick zu haben“, meinte eine junge Lehramtsanwärterin, „so steht es ja auch als Ziel in unserem Schulgesetz, und leider kommt das zweite Ziel oft zu kurz.“ In ihrer „Klasse“ ging sie mit ihrer Kollegin immer wieder von Tisch zu Tisch und konnte so jedem Kind viel Aufmerksamkeit schenken. Die Kinder, die Fragen hatten, zeigten sich geduldig,

    warteten bis sie an der Reihe waren – eine entspannte positive Lernatmosphäre war spürbar.

    Eine Besonderheit konnte die Herbstferienschule in Kobern bieten: Das Arbeiten mit der Anton-App, dem Lernprogramm für die Klassen 1 bis 10. Sie ist kostenlos und werbefrei, bietet Übungen und interaktive Erklärungen zu allen wichtigen Fächern. Die App motiviert Schüler*innen durch Belohnungen wie Sterne und Pokale für gutes Lernen und ist einfach zu handhaben.

    „Ich habe das mit meiner Nichte ausprobiert“, meint Ajete Mehmedi, angehende Referendarin und eine der Lehrerinnen in Kobern, „und sie funktioniert gut. Falls es zu Schulschließungen wegen Corona kommt, dann sind unsere Kinder mit Anton schon mal gut eingeübt und hatten Spaß damit.“ Sie war schon bei der Sommerferienschule des Dekanates dabei und ist überzeugt, dass diese Art, die Ferien zu gestalten, sinnvoll ist und Erholung nicht zu kurz kommt.

    Werner Huffer-Kilian verabschiedet die vier Pädagoginnen und dankt für ihr Engagement und die gute und einfache Zusammenarbeit. "Die Herbsferienschule war schon der zweite Schritt, um benachteiligte Familien zu unterstützen. Die Kinder müssen es uns wert sein", meint der im Dekanat für Flüchtlingsfragen zuständige Pastoralreferent, und fügt hinzu:" Ohne die tatkräftige organisatorische Unterstützung durch viele ehrenamtlich Tätige vor Ort wäre die Maßnahme nicht zustande gekommen."

    Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates Maifeld-Untermosel analysiert regelmäßig die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Situation vor allem der Kinder in geflüchteten Familien. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass Bildungsnotstand in benachteiligten Familien herrscht. Das Angebot der Herbstferienschule von Seiten des Bildungsministeriums wurde begrüßt. Kinder aus benachteiligten Familien – nicht nur aus Familien von Geflüchteten - sollten in den Genuß dieser und anderer Förderungen kommen.

    Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration existiert seit 2010 in unserem Dekanat Maifeld-Untermosel, das die beiden Verbandsgemeinden Maifeld und Rhein-Mosel umfasst. Seit über 10 Jahren beschäftigt sie sich mit der konkreten Situation von geflüchteten Menschen in unseren Ortsgemeinden an Mosel und auf dem Maifeld. Diese starke und kompetente ehrenamtliche Begleitung gelingt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Behörden.

    Für mehr Information:
    Werner Huffer-Kilian
    Obertorstr. 8
    56294 Münstermaifeld
     02605-9627817

    E-Mail: werner.huffer-kilian(at)bistum-trier.de